Asien,  Indonesien

Von Air nach Trawangan

Wie ihr aus dem letzten Beitrag vielleicht herauslesen konntet (sehr sicher konntet ihr das 😀 ) hat uns Gili Air unglaublich gut gefallen. So gut, dass wir direkt lĂ€nger geblieben sind als eigentlich geplant. Was natĂŒrlich mal wieder unseren kompletten “Zeitplan” durcheinander gebracht hat. Es wĂ€re sowieso seltsam gewesen, wenn wir den auch nur einmal eingehalten hĂ€tten.

Nach knapp einer Woche hieß es dann aber wirklich Abschied nehmen von unserem kleinen Inselparadies und wir haben uns (mal wieder) ein Speedboatticket gekauft. Ehrlich, am Ende werde ich noch Seemann und hĂ€ng die Journalistenkarriere bevor sie ĂŒberhaupt begonnen hat an den Nagel. Da wird man wenigstens schön braun und ist immer an der frischen Luft.

Diese Fahrt war mit Abstand die kĂŒrzeste, die wir auf unserer ganzen Reise hatten, ganze 20 Minuten ging es nur von A nach B. Die drei Inseln liegen wirklich nah bei einander, wahrscheinlich hĂ€tten wir nur 5 Minuten gebraucht, hĂ€tte das Boot nicht locker 15 Minuten vor Gili Meno gewartet, um noch mehr GĂ€ste mitzunehmen.

IMG_9759IMG_9748 IMG_9761

Die Ankunft auf Gili Trawangan hat uns dann sehr stark an jegliche thailÀndischen Inseln erinnert. Es gab diese Hostelschreier, die einen versucht haben schon auf dem Boot abzufangen und einem ein Zimmer zu unmöglichen Preisen anzudrehen. Statt den penetranten Tuk Tuk Fahrern gab es penetrante Pferdekutschenfahrer und der Pier war gestapelt voll mit Backpackern.
Zum GlĂŒck hatten wir unser Hostel bereits am Abend vorher gebucht und konnten zu Fuß dahin laufen. Die Anlage bestand aus einem offenen Bungalow mit KĂŒche, in der man sich jederzeit etwas kochen konnte wenn man wollte, einer Bar und einem kleinen Innenhof. Der wurde umsĂ€umt von 4  zweistöckige Bungalows.

DSCN0370 DSCN0375DSCN0377

Jeder Bungalow hatte außerdem einen kleinen Balkon, auf dem man zum Beispiel seine WĂ€sche aufhĂ€ngen oder abends ein Bierchen zischen und Schach spielen konnte. Die erste Nacht waren wir in einem der unteren Bungalows untergebracht, der direkt neben der Wasserpumpe lag. Die hat munter alle paar Minuten ordentlich krach gemacht, und zwar wirklich zu jeder Uhrzeit. Multipliziert man dazu unsere weniger rĂŒcksichtsvollen Mitbewohner eine Etage ĂŒber uns, die entweder kiloschwere Stöckelschuhe getragen haben mĂŒssen, oder Elefanten waren und den praktisch stĂŒndlich vor sich hin trĂ€llernden Muezzin, der sich idealerweise in nĂ€chster NĂ€he zu unserem Hostel befunden hat, kommt man im Endergebnis auf eine schlaflose Nacht und sehr angeschlagene Nerven.

Wir haben also am nĂ€chsten Morgen postwendend den Bungalow gewechselt, einen oben bekommen, sind also 1. von der Wasserpumpe und 2. von den Elefanten weg gekommen. Die oberen Bungalows haben außerdem einen weiteren sehr lustigen Vorteil, sie verfĂŒgen nĂ€mlich ĂŒber ein offenes Bad.

DSCN0374

Das ist schon lustig, wenn man dann nachts unterm Sternenhimmel sein GeschĂ€ft verrichtet, es auf einmal anfĂ€ngt zu regnen und man den zum GlĂŒck schon parat gestellten Regenschirm aufspannen muss oder beim Duschen einen Sonnenbrand bekommt.

Gili Trawangan ist in allem etwas extremer als Gili Air. Es gibt viel mehr Restaurants, viel mehr Party, grĂ¶ĂŸere StrĂ€nde und mehr Drogenangebote. Man kann sich das vorstellen, wie bei uns mit Fast-Food Ketten. Alle paar Meter gibt es die Möglichkeit, sich auszustatten mit dem ungesunden Zeug. Und damit wird auch total offen umgegangen. Das ist schon etwas verrĂŒckt, wenn man sich ĂŒberlegt, das wir zwei Wochen vorher in Singapur noch unterschreiben mussten, dass wir wissen, wenn wir mit Drogen erwischt werden, droht uns die Todesstrafe.

Gili Trawangan jedenfalls hat uns erst einmal wieder etwas erschlagen mit all dem Tourismus. Zum GlĂŒck gab es in unserem Hostel kostenlos FahrrĂ€der zum Verleih und so konnten wir ganz entspannt immer wieder andere Ecken der Insel erkunden (es hat immerhin 1,5 Stunden gebraucht, bis wir einmal komplett um die Insel gefahren sind :D). Die RĂ€der waren eventuelle alle etwas zu klein aber hey 😀 einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul und so.

IMG_9767IMG_9766 IMG_9781IMG_9770

Da gibt es zum Beispiel eine lĂ€ngere Strandpassage, die man durchqueren muss, die eine ganz besondere Herausforderung darstellt. Die Straße ist geteert, daran liegt es nicht! Man muss auch keine krasse Steigung meistern. Das Problem schwebt ĂŒber einem und kommt sozusagen von oben. Die Straße ist sozusagen ĂŒberdacht von… Spinnenetzen.  Da sitzen Viecher drin, ich sachs euch..

.IMG_9809

Leider erkennt man das auf dem Bild jetzt vermutlich nicht so gut, aber stellt euch sowas einfach ĂŒber mehrere Meter als natĂŒrliche “Überdachung” vor. Da strampelt man gleich doppelt so schnell 😀

Dann gibt es eine Turtlesanctuary, wo Turtleeier, die vor HĂ€ndlern gerettet wurden ausgebrĂŒtet werden. Dann werden die kleinen aufgezogen und schließlich wieder ausgesetzt, wenn sie alt genug sind.
Rafi hĂ€tte glaube ich am liebsten eine der kleinsten Schildkröten direkt eingepackt und mitgenommen, minutenlang ist er der kleinen hinterhergekrabbelt um das Aquarium hreum. WĂ€hrend nĂ€mlich alle anderen Babies trĂ€ge durchs Wasser getrieben sind, hat der kleine Vollgas gegeben. Mehr Speedkröte als Schildkröte. Manchmal, wenn ich hier in Darmstadt in unseren Teich schaue, habe ich das GefĂŒhl, eine kleine Wasserschildkröte schaut mich aus den Tiefen an und flitzt dann wieder weiter 😀

IMG_9798DSCN0330 DSCN0322

Es gibt unendlich viele Tauchschulen, die sich in ihren Preisen und SprĂŒchen ĂŒber- und unterbieten.
IMG_9730IMG_9630

Wir sind sogar etwas gewandert und das bei entspannten 40 Grad im Schatten. Wenn man etwas abseits der Pfade den einzigen Berg von Gili Trawangan erklimmt, stĂ¶ĂŸt man auf eine kleine Höhle, in die man sogar mehrere Meter hinein krabbeln kann. LĂ€uft man dann noch weiter, wird man mit einem tollen Aussichtspunkt belohnt, von dem aus man einen wahnsinns Blick ĂŒber alle drei Inseln hat. Wir sind zwar fast weggeschmolzen bei der Hitze und der Aufstieg mit Flip Flops war nicht ganz so entspannt, aber es hat sich definitiv gelohnt.

IMG_9868IMG_9871 IMG_9864IMG_9880 DSCN0367DSCN0360

Rafi hat sich außerdem eeeeendlich getraut, zu einem Frisör zu gehen. Seit Thailand hat er das vor sich her geschoben und sich daher auch immer weiter darĂŒber beschwert, wie lang seine Haare sind.

DSCN0313 lange Haare –> DSCN0321

Und dann das absolute Highlight von Trawangan: die knallrote Malibu-Beach-Bar, an dessen Beachfront man bei einem kĂŒhlen GetrĂ€nk (was fĂŒr eins wohl) den farblich passenden Sonnenuntergang genießen kann. Wer Rafi kennt, kann sich vorstellen, in was fĂŒr einem Paradies er da gelandet ist. Eine Bar, die sich farblich und geschmacklich an seine tiefsten WĂŒnsche angepasst hat.
Bei der Bestellung gabs dann aber die ganz herbe ErnĂŒchterung. Da bestellt er einen Malibu und die Bedienung so: sorry, i am not sure if we have Malibu at the moment.

Das ist als wĂŒrde man in eine Burgerbar gehen und es gibt dort leider gerade keine Burger…

Zum GlĂŒck gabs dann doch Malibu und wir konnten so eine grĂ¶ĂŸere EnttĂ€uschung abwenden.

DSCN0331IMG_9831 IMG_9830IMG_9825 IMG_9829DSCN0342DSCN0339DSCN0345

Nach dem Sonnenuntergang wurden dann noch große Feuer am Strand entzĂŒndet.

DSCN0351

Genau wie Gili Air auch hat Gili Trawangan außerdem wahnsinnig schöne StrĂ€nde. Manche sind touristischer als andere, aber jeder einzelne ist definitiv seinen Besuch wert. Anscheinend scheint Trawangan außerdem teilweise unter einem Ozonloch zu liegen. Nachdem wir ja schon schön vorgebrĂ€unt waren, haben wir uns einmal fĂŒr eine Stunde in die Sonne gelegt (eingeschmiert!!!) und sind einfach komplett verbrannt 😀 keine Ahnung ob wir Pech hatten und was da los war, aber das war schon spektakulĂ€r.

IMG_9855IMG_9776 IMG_9856DSCN0355 DSCN0316

Gili Trawangan hat wirklich einiges zu bieten und man kann hier definitiv ein paar Tage bleiben. Wer es turbulenter mag, dem wird Trawangan gut gefallen. Uns persönlich hat Gili Air etwas besser gefallen, da die StrÀnde ruhiger und leerer waren und weniger Menschen auf der Insel waren. In jedem Fall lohnt sich ein Abstecher, wenn man sowieso auf Bali ist!!

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

sechzehn − zehn =