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Urlaubsplanung 2.0

Oder Reisen in Zeiten von Corona

Lange, lange war es hier still. Nicht, weil meine Lust am Reisen erloschen wäre aber gerade die letzten Monate waren hier auf Planet Erde nicht gerade die idealste Zeit, neue Kontinente zu entdecken. Immerhin stecken wir mitten in einer Pandemie.

Was vor nem halben Jahr noch wie ein komplett verrückter Science Fiction Horrorfilm geklungen hätte, ist im März Realität geworden. Und obwohl es am Anfang kaum denkbar war, hat sich irgendwo zwischen brutalen Pamela Reif Workouts, dem Backen von Bananenbrot und endlosen Zoom Calls sowas wie ein neuer Alltag eingeschlichen. Und auf einmal ist der Sommer schon in seinen letzten spätwarmen Zügen, die Tage werden wieder kürzer und wir haben mehr Zeit hier in unserer Heimat verbracht als all die Jahre zuvor.

Einfach mal runter kommen

Ehrlich gesagt hat mir diese Ruhe unfassbar gut getan. Einfach mal durchatmen. Runter kommen. Yoga und Meditation. Sport und an meinen eigenen Zielen arbeiten. Für uns war jedenfalls klar, dass wir dieses Jahr in kein Flugzeug steigen werden. 1. weil wir ein bisschen sparen wollen für Größeres 2021 und 2. weil wir sowieso nichts geplant hatten und so gar nicht das Bedürfnis hatten, jetzt auf jeden Fall weg zu fliegen.

Stattdessen haben wir uns gemeinsam mit meiner Familie dazu entschieden, an den Chiemsee zu fahren. Für Rafi tatsächlich das erste Mal. Meine Erwartungen waren jetzt nicht besonders groß und ich glaub umso positiver wurden wir beide überrascht. Das Wetter war unfassbar gut, wir haben spontan Schulfreunde von mir getroffen, lagen lange an Bergseen, haben die beeindruckende Berglandschaft auf uns wirken lassen und sind sogar ein bisschen aktiv gewesen. Was ich an dieser Gegend besonders liebe sind die satten grünen Wiesen, die Almen mit ihren Kühen, die rauen Berge im Hintergrund und die fast türkisfarbenen, eiskalten, klaren Bergseen. Wie schön ist unsere Heimat eigentlich?

Die Kampenwand

Ich habe mir einen einzigen Vorsatz für unsere kleine Reise gemacht, einen Herzenswunsch, der schon seit einer Weile in meinem Kopf herum geistert. Die Kampenwand. Der erste Berg, den ich als Kind bestiegen und an den ich mich, eher schlecht als recht aber immerhin, erinnern kann. Ein beeindruckendes Bergmassiv in der Nähe des Chiemsees, das dafür bekannt ist, das es vor allem die letzten 3 Kilometer ordentlich in sich haben. Da wird es steinig, steil und geht teilweise ordentlich in die Tiefe.

Der Aufstieg war anstrengend und dann zwischendrin immer wieder atemberaubend und besonders. Gerade das letzte Stück hat ziemlich an unseren Nerven gezogen, auch weil unser Schuhwerk nicht die beste Wahl war. Ich kann trotzdem jedem einfach nur empfehlen, der in der Gegend unterwegs ist, einen Abstecher zur Kampenwand zu machen. Es lohnt sich. Die Aussicht von oben ist phänomenal, und wenn man dann das Herz in der Brust klopfen fühlt, die klare Luft in den Lungen und einfach nur schreien möchte, weil man es geschafft hat und da oben über der Welt steht, dann ist es den ganzen Aufstieg 100 mal wert.

Die Zeit am Chiemsee war wunderschön, entspannend und total unerwartet genau das, was wir gebraucht haben. Man muss nicht immer das Land verlassen, um Abenteuer zu erleben und besondere Orte zu entdecken. Auch vor unserer Tür gibt es so viel zu entdecken. Für uns definitiv ein Anstoß wieder mehr Urlaub hier zu machen. Auch mal am Wochenende abzuhauen und neugierig zu bleiben. Das vergisst man im Alltag oft so gerne. Also haben wir uns überlegt, eine neue Reisekategorie für dieses Jahr zu eröffnen, die sicher für den ein oder anderen ganz spannend ist. #frontdoortravel Also Reisen vor der Haustür. Ich bin schon ganz hibbelig, welche spannenden Orte von Deutschland wir da so finden 🙂 Schickt uns gerne Inspirationen und Ideen, Orte an denen ihr schon wart und die euch besonders gefallen haben.

Liebe Grüße

Rafael und Hannah

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