Grenzregion- oder 1001 Biersorte in Maastricht

Deutschland hat ganze 9 Nachbarländer, so viele, wie kein anderes Land in Europa.
Kein Wunder also, dass es viele Menschen in Deutschland nicht besonders weit haben, bis sie in einem anderen Land sind. Zum Frühstück gehts da mal nach Frankreich, Sonntags kann man in den Niederlanden shoppen gehen, am Wochenende Ski fahren in Österreich und das Bier wird einfach in Polen gekauft. Zwei von diesen Grenzregionen sind Aachen und Maastricht.
Aachen liegt auf der deutschen Seite und ist schon alleine wegen des riesigen Werkverkaufs von Lindt einen Besuch wert. Für mich als Schokofressmaschine werden da Träume wahr. Aber auch Rafi kommt gegenüber bei Bahlsen auf seine Kosten- Chips soweit das Auge reicht und in den seltsamsten Geschmacksrichtungen.
Nachdem wir also mein kleines Auto bis zum Rand mit Naschereien gefüllt haben, kaum mehr etwas durch die Fenster sehen können und alles nach Chips und Schokolade riecht, wollen wir noch etwas die Gegend erkunden.
Nicht weit von Aachen entfernt liegt das Dreiländereck oder der Drielandenpunt- je nachdem von welcher Seite man sich ihm eben nähert. In Vaals treffen die Niederlande, Deutschland und Belgien aufeinander und so hat man die Möglichkeit, mal eben  in drei Ländern gleichzeitig zu stehen.
Wer im Sommer nach Vaals kommt, sollte sich das Labyrinth nicht entgehen lassen. http://www.drielandenpunt.nl/dagje-drielandenpunt/plattegrond/
Jetzt im Winter allerdings hat das Labyrinth zu und so sind wir dann auch ziemlich schnell wieder weiter gefahren. Dass man die niederländische Grenze passiert hat, merkt man als aller erstes an den Verkehrsschildern und dem Tempolimit. Nicht weit hinter der Grenze liegt Maastricht, eine Stadt, die es mir schon vor Jahren angetan hat.
Vielleicht, weil Maastricht am Wasser liegt und ich Städte am Wasser generell ziemlich schön finde. Oder weil ich Städte, die nahe an Grenzen liegen schon immer ziemlich spannend fand. Im Winter gibt es hier jedenfalls einen wunderschönen Weihnachtsmarkt mit vielen Buden und allerhand Leckereien.

In Maastricht angekommen machen wir uns dann auf die Suche nach einem Restaurant und gehen in dort hinein, wo am Meisten los ist. Dieses Prinzip hat uns die letzten Jahre beim Reisen immer wieder gerettet (Rafi hegt allerdings die Theorie, dass man mit einer großen Gruppe damit schnell ein falsches Bild machen kann- einfach in ein schlechtes Restaurant setzen mit möglichst vielen Menschen und schon ist alles dahin) na jedenfalls liegen wir auch diesmal damit richtig.
Als wir die Bierkarte sehen, bleibt bei Rafi glaube ich einen kurzen Moment das Herz stehen 😀 Ich habe noch nie in einem Restaurant so viele Biersorten auf einmal gesehen.
Ein Blick zur Bar bestätigt das Angebot, hier reihen sich die Zapfhähne aneinander.
Starkbier, Honigbier, Weizen, Fruchtbier… wir können uns kaum entscheiden und müssen uns schließlich von einem Kellner Hilfe holen.
Hier wird deutlich, wie nahe Maastricht auch an Belgien liegt. Die Biervielfalt spricht für sich.

Unser kleiner Ausflug hat mich wieder einmal darin bestätigt, wie spannend all die Grenzstädte sind. Sprachen wechseln sich ab, geben sich die Klinke in die Hand und Kulturen mischen sich. Toleranz, Respekt und Neugierde treffen aufeinander. Vielleicht auch Vorurteile und altes Misstrauen.
Hier wird im Kleinen geübt, was im Großen eigentlich überall auf der Welt funktionieren sollte. Schön wäre es jedenfalls.

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