Willkommen in Erdingen- ähm Edinburgh!

Mit dem Flugzeug kommt man innerhalb weniger Stunden einfach und unkompliziert von Deutschland nach Schottland. Man setzt sich hinein und fertig.
„Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht“, hat sich wohl unsere Klassenlehrerin gedacht und so ging es mit dem Bus bis nach Amsterdam, von da mit der Fähre über Nacht nach New Castle und ab da wieder mit dem Bus bis nach Edinburgh.
Ich schätze, die Flugvariante hätte uns einiges an Stress aber auch Spaß erspart. Ich kann jetzt nicht für die Ausstattung der Kabinen ÜBER der Etage mit den Autos sprechen, aber bei uns unten in der NochwenigeralsHolz-Klasse war es echt lustig. Da in der winzigen Nasszelle für eine Dusche absolut kein Platz mehr war, konnte man aufs Klo gehen und sich waschen gleichzeitig, was für einige unserer Jungs ein lang gehegter, wahr gewordener Traum war. Wir lagen außerdem direkt am Schiffsmotor und hatten damit mehr als nur DolbySurround. Im ersten Moment nach dem Start des Schiffes hatten Corinna und ich die befürchtung, dass es gleich unsere Zimmerwand zerrüttelt, aber alles ist an seinem Platz geblieben. Okay außer uns, uns hat es irgendwann glaube ich jeden Mal aus dem Bett gehauen.
Der Seegang nach New Castle hat von angenehmer Schiffsfahrt ziemlich schnell gewechselt zu „Wennichversuchegeradeauszulaufen,renneichgegendieWand“. Das macht auf Deck Spaß, ist aber ziemlich weit unten im Schiffsbauch gar nicht mal mehr so angenehm.

Wir sind dann jedenfalls trotzdem irgendwann noch in Edinburgh angekommen, auch wenn für unseren Busfahrer Erdingen und Edinburgh das Gleiche waren und er erst nach ein paar Minuten bemerkt hat, dass man in England und Schottland doch tatsächlich auf der anderen Straßenseite fährt.

Ich fürchte wir waren viel zu wenige Tage in dieser Stadt, als das ich jetzt ein besonders gutes und passendes Bild beschreiben könnte, aber ich war begeistert. Egal ob Tags oder Nachts, Edinburgh ist bunt und spannend und vielseitig. Da gibt es die Altstadt mit einer langen Bummelpassage, alten Häusern und verwinkelten Gassen. Das Café in dem J.K.Rowling angeblich angefangen hat Harry Potter zu schreiben, einen Scherzartikelladen, der mich an Fred und George erinnert hat, eine große Burg die über der Stadt tront und dem Ganzen vermutlich seinen Namen gegeben hat. Irgendwie hat mich das komplette Stadtbild mit den schwarzen, großen Pflastersteinen und den alten, verwinkelten Häusern an meine Vorstellung der Winkelgasse erinnert.

Aber nicht nur Tagsüber kann man einiges sehen. Für Nachteulen gibt es gefühlt jeden Abend einen Pubcrawl, durch den man die Kneipenszene Edinburghs kennen lernen kann. Da finden sich die klassischen Sportpubs, in denen Fußball oder irgend ein anderer Sport rauf und runter läuft. Es gibt aber auch kleine Hinterhof-HipHopLäden, in denen der Bass den Boden vibrieren lässt oder richtig seltsame Gruselkabinette, in denen es nicht auffallen würde, wenn sich ein paar Vampire unter das Publikum gemischt hätten. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das Dragonfly mit seinen riesigen Cocktail-Goblets.

Wettertechnisch hat Edinburgh all meine Vorurteile gegenüber England und Schottland bestätigt. Es war August und hat eine Woche lang geschüttet wie aus Eimern. Man sollte also eventuell über einen Regenschirm und wasserfeste Kleidung nachdenken. Oder eben dort kaufen. Ansonsten kann man sich einfach von dem Charme der Stadt mitreißen und treiben lassen, zu entdecken gibt es jedenfalls mit Sicherheit genug.

Untergebracht waren wir hier. Das Hostel ist bunt, groß und lebt von seinen freundlichen Mitarbeitern. Es ist perfekt gelegen in der Stadt und wir waren komplett zufrieden.

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