Von Air nach Trawangan

Wie ihr aus dem letzten Beitrag vielleicht herauslesen konntet (sehr sicher konntet ihr das 😀 ) hat uns Gili Air unglaublich gut gefallen. So gut, dass wir direkt länger geblieben sind als eigentlich geplant. Was natürlich mal wieder unseren kompletten „Zeitplan“ durcheinander gebracht hat. Es wäre sowieso seltsam gewesen, wenn wir den auch nur einmal eingehalten hätten.

Nach knapp einer Woche hieß es dann aber wirklich Abschied nehmen von unserem kleinen Inselparadies und wir haben uns (mal wieder) ein Speedboatticket gekauft. Ehrlich, am Ende werde ich noch Seemann und häng die Journalistenkarriere bevor sie überhaupt begonnen hat an den Nagel. Da wird man wenigstens schön braun und ist immer an der frischen Luft.

Diese Fahrt war mit Abstand die kürzeste, die wir auf unserer ganzen Reise hatten, ganze 20 Minuten ging es nur von A nach B. Die drei Inseln liegen wirklich nah bei einander, wahrscheinlich hätten wir nur 5 Minuten gebraucht, hätte das Boot nicht locker 15 Minuten vor Gili Meno gewartet, um noch mehr Gäste mitzunehmen.

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Die Ankunft auf Gili Trawangan hat uns dann sehr stark an jegliche thailändischen Inseln erinnert. Es gab diese Hostelschreier, die einen versucht haben schon auf dem Boot abzufangen und einem ein Zimmer zu unmöglichen Preisen anzudrehen. Statt den penetranten Tuk Tuk Fahrern gab es penetrante Pferdekutschenfahrer und der Pier war gestapelt voll mit Backpackern.
Zum Glück hatten wir unser Hostel bereits am Abend vorher gebucht und konnten zu Fuß dahin laufen. Die Anlage bestand aus einem offenen Bungalow mit Küche, in der man sich jederzeit etwas kochen konnte wenn man wollte, einer Bar und einem kleinen Innenhof. Der wurde umsäumt von 4  zweistöckige Bungalows.

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Jeder Bungalow hatte außerdem einen kleinen Balkon, auf dem man zum Beispiel seine Wäsche aufhängen oder abends ein Bierchen zischen und Schach spielen konnte. Die erste Nacht waren wir in einem der unteren Bungalows untergebracht, der direkt neben der Wasserpumpe lag. Die hat munter alle paar Minuten ordentlich krach gemacht, und zwar wirklich zu jeder Uhrzeit. Multipliziert man dazu unsere weniger rücksichtsvollen Mitbewohner eine Etage über uns, die entweder kiloschwere Stöckelschuhe getragen haben müssen, oder Elefanten waren und den praktisch stündlich vor sich hin trällernden Muezzin, der sich idealerweise in nächster Nähe zu unserem Hostel befunden hat, kommt man im Endergebnis auf eine schlaflose Nacht und sehr angeschlagene Nerven.

Wir haben also am nächsten Morgen postwendend den Bungalow gewechselt, einen oben bekommen, sind also 1. von der Wasserpumpe und 2. von den Elefanten weg gekommen. Die oberen Bungalows haben außerdem einen weiteren sehr lustigen Vorteil, sie verfügen nämlich über ein offenes Bad.

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Das ist schon lustig, wenn man dann nachts unterm Sternenhimmel sein Geschäft verrichtet, es auf einmal anfängt zu regnen und man den zum Glück schon parat gestellten Regenschirm aufspannen muss oder beim Duschen einen Sonnenbrand bekommt.

Gili Trawangan ist in allem etwas extremer als Gili Air. Es gibt viel mehr Restaurants, viel mehr Party, größere Strände und mehr Drogenangebote. Man kann sich das vorstellen, wie bei uns mit Fast-Food Ketten. Alle paar Meter gibt es die Möglichkeit, sich auszustatten mit dem ungesunden Zeug. Und damit wird auch total offen umgegangen. Das ist schon etwas verrückt, wenn man sich überlegt, das wir zwei Wochen vorher in Singapur noch unterschreiben mussten, dass wir wissen, wenn wir mit Drogen erwischt werden, droht uns die Todesstrafe.

Gili Trawangan jedenfalls hat uns erst einmal wieder etwas erschlagen mit all dem Tourismus. Zum Glück gab es in unserem Hostel kostenlos Fahrräder zum Verleih und so konnten wir ganz entspannt immer wieder andere Ecken der Insel erkunden (es hat immerhin 1,5 Stunden gebraucht, bis wir einmal komplett um die Insel gefahren sind :D). Die Räder waren eventuelle alle etwas zu klein aber hey 😀 einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul und so.

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Da gibt es zum Beispiel eine längere Strandpassage, die man durchqueren muss, die eine ganz besondere Herausforderung darstellt. Die Straße ist geteert, daran liegt es nicht! Man muss auch keine krasse Steigung meistern. Das Problem schwebt über einem und kommt sozusagen von oben. Die Straße ist sozusagen überdacht von… Spinnenetzen.  Da sitzen Viecher drin, ich sachs euch..

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Leider erkennt man das auf dem Bild jetzt vermutlich nicht so gut, aber stellt euch sowas einfach über mehrere Meter als natürliche „Überdachung“ vor. Da strampelt man gleich doppelt so schnell 😀

Dann gibt es eine Turtlesanctuary, wo Turtleeier, die vor Händlern gerettet wurden ausgebrütet werden. Dann werden die kleinen aufgezogen und schließlich wieder ausgesetzt, wenn sie alt genug sind.
Rafi hätte glaube ich am liebsten eine der kleinsten Schildkröten direkt eingepackt und mitgenommen, minutenlang ist er der kleinen hinterhergekrabbelt um das Aquarium hreum. Während nämlich alle anderen Babies träge durchs Wasser getrieben sind, hat der kleine Vollgas gegeben. Mehr Speedkröte als Schildkröte. Manchmal, wenn ich hier in Darmstadt in unseren Teich schaue, habe ich das Gefühl, eine kleine Wasserschildkröte schaut mich aus den Tiefen an und flitzt dann wieder weiter 😀

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Es gibt unendlich viele Tauchschulen, die sich in ihren Preisen und Sprüchen über- und unterbieten.
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Wir sind sogar etwas gewandert und das bei entspannten 40 Grad im Schatten. Wenn man etwas abseits der Pfade den einzigen Berg von Gili Trawangan erklimmt, stößt man auf eine kleine Höhle, in die man sogar mehrere Meter hinein krabbeln kann. Läuft man dann noch weiter, wird man mit einem tollen Aussichtspunkt belohnt, von dem aus man einen wahnsinns Blick über alle drei Inseln hat. Wir sind zwar fast weggeschmolzen bei der Hitze und der Aufstieg mit Flip Flops war nicht ganz so entspannt, aber es hat sich definitiv gelohnt.

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Rafi hat sich außerdem eeeeendlich getraut, zu einem Frisör zu gehen. Seit Thailand hat er das vor sich her geschoben und sich daher auch immer weiter darüber beschwert, wie lang seine Haare sind.

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Und dann das absolute Highlight von Trawangan: die knallrote Malibu-Beach-Bar, an dessen Beachfront man bei einem kühlen Getränk (was für eins wohl) den farblich passenden Sonnenuntergang genießen kann. Wer Rafi kennt, kann sich vorstellen, in was für einem Paradies er da gelandet ist. Eine Bar, die sich farblich und geschmacklich an seine tiefsten Wünsche angepasst hat.
Bei der Bestellung gabs dann aber die ganz herbe Ernüchterung. Da bestellt er einen Malibu und die Bedienung so: sorry, i am not sure if we have Malibu at the moment.

Das ist als würde man in eine Burgerbar gehen und es gibt dort leider gerade keine Burger…

Zum Glück gabs dann doch Malibu und wir konnten so eine größere Enttäuschung abwenden.

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Nach dem Sonnenuntergang wurden dann noch große Feuer am Strand entzündet.

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Genau wie Gili Air auch hat Gili Trawangan außerdem wahnsinnig schöne Strände. Manche sind touristischer als andere, aber jeder einzelne ist definitiv seinen Besuch wert. Anscheinend scheint Trawangan außerdem teilweise unter einem Ozonloch zu liegen. Nachdem wir ja schon schön vorgebräunt waren, haben wir uns einmal für eine Stunde in die Sonne gelegt (eingeschmiert!!!) und sind einfach komplett verbrannt 😀 keine Ahnung ob wir Pech hatten und was da los war, aber das war schon spektakulär.

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Gili Trawangan hat wirklich einiges zu bieten und man kann hier definitiv ein paar Tage bleiben. Wer es turbulenter mag, dem wird Trawangan gut gefallen. Uns persönlich hat Gili Air etwas besser gefallen, da die Strände ruhiger und leerer waren und weniger Menschen auf der Insel waren. In jedem Fall lohnt sich ein Abstecher, wenn man sowieso auf Bali ist!!

 

 

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