2000 und 17

Früher hatte die Jahreswende für etwas magisches. Da lag es auf einmal, das Versprechen auf einen Neuanfang. Glitzernd, verlockend, einzigartig. So viele Möglichkeiten, Türen, Wege und Brücken. Die abgegriffene Metapher von den Buch mit all den leeren Seiten passt ganz gut, denke ich.
Allerdings hat sich all das mit diesem Jahr geändert.

Böser Cliffhänger oder?
Dabei ist es weit weniger dramatisch, als ihr jetzt vielleicht denkt.
Vielleicht habe ich früher die Jahreswende gebraucht, um mich von altem Balast zu lösen. Um zu sehen, welche Türen da schon die ganze Zeit waren, auf der anderen Seite auch, welche endlich geschlossen werden sollten. (Mit Hammer, Nagel und ganz vielen Brettern) Ich hab den Neubeginn gebraucht, um das Alte hinter mir zu lassen. Mich frei zu fühlen und zu wissen, dass so viel unberührtes Terrain vor mir liegt. Wie beim Skifahren auf Neuschnee. Ich kann eine neue Spur ziehen!

Dieses Jahr hat es sich das aller erste Mal nicht so angefühlt. Was schlicht und einfach daran liegt, dass ich nichts hinter mir lassen möchte. 2016 war spannend, laut, erdrückend, beängstigend, beunruhigend und atemberaubend. Ich bin ausgezogen, durch Asien mit meinem Freund gereist, wir haben wunderbare Menschen aus aller Welt kennen gelernt, viel gelacht und gegessen (und eventuell auch Bier getrunken).
Ich habe realisiert, dass der Journalismus kein Traumberufswunsch ist, aber er ist Meiner. Ich weiß, dass ich noch nicht meinen Weg gefunden habe aber ich suche. Mit jeder Ernüchterung, öffnen sich neue Türen und neue Möglichkeiten und das nicht bloß zum Jahresanfang.

Ich habe unglaubliches Glück so eine wahnsinnig tolle und mutige Familie zu haben, weiß meine wunderbaren Mitbewohner und Herzensmenschen zu schätzen und kann mir keinen schöneren Ort zum aufwachen vorstellen, als in seinen Armen.
Ist das nicht furchtbar kitschig ?
Ich könnte jetzt auch sagen, dass das Jahr verdammt anstrengend und einschüchternd und beängstigend war. Aber ehrlich? Wem bringt das was. Wir können nur aus dem Erlebten lernen, ohne uns von Angst und Zweifeln unterkriegen zu lassen. Dafür ist das Leben zu wertvoll, egal wie man es dreht und wendet.

 

 

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